Multimodal Routing

Multimodal Routing

Multimodale Routing Engine für Rollstuhlfahrer:innen und Fahrradlogistiker:innen

📅 2019 - 2020🔄 abgeschlossen📄 Open Source

Über das Projekt

Multimodal Routing ist eine Navigationsanwendung, die Hindernisse anzeigt und barrierefreie Routen für Rollstuhlfahrer:innen plant. Grundlage sind Daten aus OpenStreetMap und Wheelmap; Routingprofile gibt es für nichtmotorisierte Verkehrsmittel und ÖPNV.

Die Community um OpenStreetMap und Wheelmap pflegt viele freie Daten zu Barrierefreiheit, die für Rollstuhlfahrer:innen und Lastenräder nützlich sind. Multimodal Routing ist eine Routing-Engine, die nichtmotorisierten Individualverkehr und ÖPNV in einer Route kombiniert. Ziel war, dass Menschen mit körperlichen Einschränkungen selbstständig unterwegs sein können. Dafür fließen Wegbeschaffenheit, Hindernisse, defekte Fahrstühle und Ausfälle im ÖPNV in die Planung ein. Statt einer einzigen Route gibt es mehrere Alternativen mit sichtbaren Unterschieden, damit die Entscheidung bei den Nutzenden bleibt. Dieselben Mechanismen gibt es auch für Lastenräder. Über frühere Projekte bestand Kontakt zu regionalen Fahrradkurieren; die Idee war, Fahrradlogistik in der Innenstadt mit freier Software planbarer zu machen und so eine Alternative zu motorisierten Kurieren zu bieten.

Kernfunktionen

Barrierefreie Navigation

Routing für Rollstuhlfahrer:innen mit Anzeige von Hindernissen auf der Karte

OpenStreetMap und Wheelmap

Barrierefreiheitsdaten aus beiden Community-Projekten fließen ins Routing ein

Multimodale Routenplanung

Nichtmotorisierter Individualverkehr und ÖPNV in einer Route

Individuelle Routingprofile

Anpassbare Profile für Rollstuhl und Lastenrad

Alternative Routenvorschläge

Mehrere Routen mit sichtbaren Unterschieden statt einer einzigen »optimalen«

Echtzeit-Informationen

Fahrstuhlausfälle und ÖPNV-Störungen werden berücksichtigt

Fahrradlogistik

Eigene Profile für Lastenräder, entstanden aus dem Austausch mit regionalen Fahrradkurieren

Alternative zur motorisierten Kurierfahrt

Fahrradlogistik in der Innenstadt planbar machen – als praktikable Option, nicht als Appell

Technologien

frontend

HTML5JavaScriptLeaflet.jsReact (Fulcro)Apache CordovaClojureScriptShadow-CLJS

mapping

OpenStreetMapWheelmap APILeafletGraphHopperGTFS (General Transit Feed Specification)

backend

JavaClojureGraphHopper Routing EngineOpenStreetMap Data Processing

mobile

Apache CordovaAndroid DevelopmentLeiningen (Clojure Build Tool)

build tools

Shadow-CLJSLeiningenGitHub Actions

Architektur

Modulare Architektur mit Frontend-Anwendung, Routing-Backend und Datenintegration

components

  • • osm-fulcro: OpenStreetMap client powered by Pathom, Fulcro and React-Leaflet
  • • multimodalrouting: Haupt-Routing-Engine mit Java und Clojure
  • • multimodalrouting.github.io: Web-Frontend als statische GitHub Pages Site
  • • shadow-cljs-f7-leaflet-cordova-template: Template für mobile App-Entwicklung
  • • lein-droid-template: Android-spezifische Entwicklungsvorlage
  • • graphhopper-android-template: GraphHopper Integration für Android

data sources

  • • OpenStreetMap: Grundlage für Kartendaten und Routing
  • • Wheelmap: Barrierefreiheits-Informationen für POIs
  • • GTFS Feeds: Öffentliche Verkehrsmittel-Fahrpläne
  • • Live ÖPNV APIs: Echtzeit-Störungsinformationen

Was wir dabei gelernt haben

  • –Barrierefreiheit lässt sich nicht als Filter nachrüsten. Sobald Bordsteinhöhen, Türbreiten und Steigungen zählen, ändert sich das Routing-Modell selbst – und damit, was eine »gute« Route ist.
  • –Die Daten aus OpenStreetMap und Wheelmap sind reich, aber ungleich verteilt. Wir zeigen Lücken und Unsicherheit lieber an, als eine Route als sicher darzustellen, die es vielleicht nicht ist.
  • –Mehrere Alternativen mit erklärbaren Unterschieden waren nützlicher als eine einzige »optimale« Route.
  • –Rollstuhl und Lastenrad teilen viele Anforderungen, aber nicht deren Gewichtung. Ein gemeinsames Profilmodell ging, brauchte aber getrennte Gewichtungen.
  • –Bei Echtzeitinformationen zum ÖPNV, etwa Aufzugsstörungen, trifft der eigene Anspruch an Verlässlichkeit auf die Realität der verfügbaren Schnittstellen.
  • –Der Austausch auf State of the Map und dem 36C3 hat dem Projekt viel gebracht.
  • –Ein Förderzeitraum von wenigen Monaten reicht für einen Prototyp, nicht für einen Dienst, auf den sich Menschen täglich verlassen. Das gehört zur Bilanz.

Anwendungsfälle

  • •Navigation für Rollstuhlfahrer in urbanen Gebieten
  • •Barrierefreie Routenplanung für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
  • •Fahrradlogistik und Lastenrad-Routenoptimierung
  • •Kombination aus ÖPNV und nichtmotorisierter Mobilität
  • •Nachhaltige Innenstadtlogistik-Alternativen
  • •Community-basierte Barrierefreiheits-Kartierung

Besonderheiten

Barrierefreiheit als Ausgangspunkt

Kein allgemeines Routing mit nachträglichem Filter, sondern ein Modell, in dem Hindernisse und Wegbeschaffenheit von Anfang an Routing-Kriterien sind.

Offene Daten als Grundlage

OpenStreetMap und Wheelmap liefern aktuelle, gemeinschaftlich gepflegte Daten – deren Abdeckung von Ort zu Ort aber stark schwankt.

Verkehrsmittel zusammen gedacht

Fußweg, Rad und ÖPNV in einer Route statt getrennt geplant – für Menschen, bei denen Umstiege der kritische Teil sind.

Offene Entwicklung

Der Code lag von Anfang an offen, damit andere darauf aufbauen können – auch nach Ende der Förderung.

Prototyp, nicht Produkt

Das Projekt endete als funktionierender Prototyp mit Feedback von mehreren Konferenzen. Für einen dauerhaft betriebenen Dienst hat der Förderzeitraum nicht gereicht.

Projektpartner

OpenStreetMap Community

Datenlieferant und Community-Partner

2019-2020

Wheelmap Community

Barrierefreiheits-Daten und Expertise

2019-2020

Förderung

Prototypefund Logo

Der Prototypefund fördert Open-Source-Software mit gesellschaftlichem Nutzen. Multimodal Routing wurde in der 8. Runde gefördert.

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) durch den Prototypefund für Open Source Softwareprojekte der Zivilgesellschaft (Förderkennzeichen: 01IS20S27).

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Logo

Das BMBF finanziert den Prototypefund und damit Open-Source-Projekte mit gesellschaftlichem Nutzen.

Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Prototypefunds gefördert (Förderkennzeichen: 01IS20S27).

Einsatz

  • •GitHub Pages Website als Projekt-Showcase
  • •Open Source Repositories für Community-Entwicklung
  • •Mobile App Prototypen für Android