Multimodal Routing
Multimodale Routing Engine für Rollstuhlfahrer:innen und Fahrradlogistiker:innen
Über das Projekt
Multimodal Routing ist eine Navigationsanwendung, die Hindernisse anzeigt und barrierefreie Routen für Rollstuhlfahrer:innen plant. Grundlage sind Daten aus OpenStreetMap und Wheelmap; Routingprofile gibt es für nichtmotorisierte Verkehrsmittel und ÖPNV.
Die Community um OpenStreetMap und Wheelmap pflegt viele freie Daten zu Barrierefreiheit, die für Rollstuhlfahrer:innen und Lastenräder nützlich sind. Multimodal Routing ist eine Routing-Engine, die nichtmotorisierten Individualverkehr und ÖPNV in einer Route kombiniert. Ziel war, dass Menschen mit körperlichen Einschränkungen selbstständig unterwegs sein können. Dafür fließen Wegbeschaffenheit, Hindernisse, defekte Fahrstühle und Ausfälle im ÖPNV in die Planung ein. Statt einer einzigen Route gibt es mehrere Alternativen mit sichtbaren Unterschieden, damit die Entscheidung bei den Nutzenden bleibt. Dieselben Mechanismen gibt es auch für Lastenräder. Über frühere Projekte bestand Kontakt zu regionalen Fahrradkurieren; die Idee war, Fahrradlogistik in der Innenstadt mit freier Software planbarer zu machen und so eine Alternative zu motorisierten Kurieren zu bieten.
Kernfunktionen
Barrierefreie Navigation
Routing für Rollstuhlfahrer:innen mit Anzeige von Hindernissen auf der Karte
OpenStreetMap und Wheelmap
Barrierefreiheitsdaten aus beiden Community-Projekten fließen ins Routing ein
Multimodale Routenplanung
Nichtmotorisierter Individualverkehr und ÖPNV in einer Route
Individuelle Routingprofile
Anpassbare Profile für Rollstuhl und Lastenrad
Alternative Routenvorschläge
Mehrere Routen mit sichtbaren Unterschieden statt einer einzigen »optimalen«
Echtzeit-Informationen
Fahrstuhlausfälle und ÖPNV-Störungen werden berücksichtigt
Fahrradlogistik
Eigene Profile für Lastenräder, entstanden aus dem Austausch mit regionalen Fahrradkurieren
Alternative zur motorisierten Kurierfahrt
Fahrradlogistik in der Innenstadt planbar machen – als praktikable Option, nicht als Appell
Technologien
frontend
mapping
backend
mobile
build tools
Architektur
Modulare Architektur mit Frontend-Anwendung, Routing-Backend und Datenintegration
components
- • osm-fulcro: OpenStreetMap client powered by Pathom, Fulcro and React-Leaflet
- • multimodalrouting: Haupt-Routing-Engine mit Java und Clojure
- • multimodalrouting.github.io: Web-Frontend als statische GitHub Pages Site
- • shadow-cljs-f7-leaflet-cordova-template: Template für mobile App-Entwicklung
- • lein-droid-template: Android-spezifische Entwicklungsvorlage
- • graphhopper-android-template: GraphHopper Integration für Android
data sources
- • OpenStreetMap: Grundlage für Kartendaten und Routing
- • Wheelmap: Barrierefreiheits-Informationen für POIs
- • GTFS Feeds: Öffentliche Verkehrsmittel-Fahrpläne
- • Live ÖPNV APIs: Echtzeit-Störungsinformationen
Was wir dabei gelernt haben
- –Barrierefreiheit lässt sich nicht als Filter nachrüsten. Sobald Bordsteinhöhen, Türbreiten und Steigungen zählen, ändert sich das Routing-Modell selbst – und damit, was eine »gute« Route ist.
- –Die Daten aus OpenStreetMap und Wheelmap sind reich, aber ungleich verteilt. Wir zeigen Lücken und Unsicherheit lieber an, als eine Route als sicher darzustellen, die es vielleicht nicht ist.
- –Mehrere Alternativen mit erklärbaren Unterschieden waren nützlicher als eine einzige »optimale« Route.
- –Rollstuhl und Lastenrad teilen viele Anforderungen, aber nicht deren Gewichtung. Ein gemeinsames Profilmodell ging, brauchte aber getrennte Gewichtungen.
- –Bei Echtzeitinformationen zum ÖPNV, etwa Aufzugsstörungen, trifft der eigene Anspruch an Verlässlichkeit auf die Realität der verfügbaren Schnittstellen.
- –Der Austausch auf State of the Map und dem 36C3 hat dem Projekt viel gebracht.
- –Ein Förderzeitraum von wenigen Monaten reicht für einen Prototyp, nicht für einen Dienst, auf den sich Menschen täglich verlassen. Das gehört zur Bilanz.
Anwendungsfälle
- •Navigation für Rollstuhlfahrer in urbanen Gebieten
- •Barrierefreie Routenplanung für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
- •Fahrradlogistik und Lastenrad-Routenoptimierung
- •Kombination aus ÖPNV und nichtmotorisierter Mobilität
- •Nachhaltige Innenstadtlogistik-Alternativen
- •Community-basierte Barrierefreiheits-Kartierung
Besonderheiten
Barrierefreiheit als Ausgangspunkt
Kein allgemeines Routing mit nachträglichem Filter, sondern ein Modell, in dem Hindernisse und Wegbeschaffenheit von Anfang an Routing-Kriterien sind.
Offene Daten als Grundlage
OpenStreetMap und Wheelmap liefern aktuelle, gemeinschaftlich gepflegte Daten – deren Abdeckung von Ort zu Ort aber stark schwankt.
Verkehrsmittel zusammen gedacht
Fußweg, Rad und ÖPNV in einer Route statt getrennt geplant – für Menschen, bei denen Umstiege der kritische Teil sind.
Offene Entwicklung
Der Code lag von Anfang an offen, damit andere darauf aufbauen können – auch nach Ende der Förderung.
Prototyp, nicht Produkt
Das Projekt endete als funktionierender Prototyp mit Feedback von mehreren Konferenzen. Für einen dauerhaft betriebenen Dienst hat der Förderzeitraum nicht gereicht.
Projektpartner
OpenStreetMap Community
Datenlieferant und Community-Partner
2019-2020
Wheelmap Community
Barrierefreiheits-Daten und Expertise
2019-2020
Förderung

Der Prototypefund fördert Open-Source-Software mit gesellschaftlichem Nutzen. Multimodal Routing wurde in der 8. Runde gefördert.
Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) durch den Prototypefund für Open Source Softwareprojekte der Zivilgesellschaft (Förderkennzeichen: 01IS20S27).

Das BMBF finanziert den Prototypefund und damit Open-Source-Projekte mit gesellschaftlichem Nutzen.
Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Prototypefunds gefördert (Förderkennzeichen: 01IS20S27).
Einsatz
- •GitHub Pages Website als Projekt-Showcase
- •Open Source Repositories für Community-Entwicklung
- •Mobile App Prototypen für Android